Daniela Pesendorfer

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Cinderella‘s Shoe?

2007 2007
Das Projekt besitzt Verweise zum Märchen wie: der Schuh, die Zeit, der Wunsch den Schuh zu besitzen, die Vorstellung und die Suche nach dem Glück.

Das Fragezeichen im Titel bezieht sich auf die Transformation in die Gegenwart, die die Person Cinderella nicht nur als weibliche Person gelten lässt. In der Ausstellungssituation zunächst als Paar gezeigt, stellt sich durch das Wegnehmen des Schuhs die Frage nach dem nicht vorhandenen zweiten. Die Öffnung im Schaufenster hebt die Barriere zwischen Innen und Außen auf. Da die Passanten durch ihre Handlung die Schaufenster verändern, werden sie aktiv miteinbezogen. Die Arbeit spielt in mehreren Bereichen mit den Regeln der Konsumgesellschaft. So wird unter anderem eine Videoüberwachung verwendet, die ausschließlich zur Festlegung des genauen Zeitpunkts dient, und nicht zur Personenerkennung eingesetzt wird.

Auf der Landstraße befindend ist ein auffallend leer geräumtes Schaufenster der Blickfang. Im Mittelteil eines Schuhgeschäfts wird ein einzelner Schuh elegant präsentiert und durch Lichtsetzung hervorgehoben. Ein Spiegel, an der Wand montiert, gibt den Eindruck eines Schuhpaars wieder. Zunächst kaum auffallend wird durch näheres Betrachten eine keine Öffnung am Schaufenster erkennbar, die die Passanten zum Anfassen oder Mitnehmen des Schuhs verführt. Jeden Morgen stellen die Künstlerinnen während der Dauer der Ausstellung (drei Wochen) einen neuen Damen- oder Herrenschuh bereit. Wird der Schuh entwendet, erscheint innerhalb eines bestimmten Zeitraums an jeweils einer der anschließenden Spiegelflächen die genau Zeitangabe dieser Handlung. Die Zeitangabe beinhaltet Tag, Datum und Uhrzeit. Das Wegnehmen des Schuhs durch Passanten füllt die Spiegelflächen langsam mit Buchstaben und Ziffern. Die Zeit ermitteln die Künstlerinnen mit Hilfe einer Überwachungskamera, die im oberen Teil des mittleren Schaufensters unauffällig platziert ist. In Verwendung von Aufklebern wird die Zeitangabe direkt an den anliegenden Spiegelflächen in weißer Farbe angebracht.

Die Arbeit ist im Rahmen des Schaurausch-Projektes 2007 des OK Linz entstanden und ist ein Vorprojekt zu Linz Kulturhauptstadt 2009.

Letzte Änderung am Sonntag, 06 September 2015 10:34
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